Chile und die Astronomie - Dr. Claus Tappert hält Vortrag am Mauri

18.04.2019 12:49:05 | Ann-Kristin Kahler
Das Thema "Astronomie" begeistert die Menschheit seit Generationen, seit Jahren, Jahrhunderten, Jahrtausenden. Nicht erst seit der jüngsten Entdeckung des "Schwarzen Loches" zeigt auch die Öffentlichkeit zunehmend Interesse an den Weiten des Kosmos. Dies wurde auch beim 22. Mauritius-Abend am Freitag, den 12. April 2019 deutlich, welcher reichlich Zulauf erhielt.

Der Mauritius-Abend wird jährlich in Kooperation des Mauritius-Gymnasiums mit dem VEM durchgeführt, um die Verbundenheit der Mauritianer untereinander zu erhalten. Diesmal war der Astronom Dr. Claus Tappert (Abi 1986) mit von der Partie, der ab 19 Uhr in der Aula unserer Schule den rund 100 Zuhörern interessante Details über den Astronomenstandort Chile nahelegte und sowohl Jüngere als auch Ältere mit traumhaften Bildern aus dem Kosmos verzauberte.

Dr. Tappert – wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Valparaiso in der gleichnamigen Hafenstadt in Chile – befasst sich vorwiegend mit dem Fachgebiet „wechselwirkende Doppelsterne“. In dem rund 2-stündigen Vortrag stellte er nicht nur Chile generell vor, sondern erläuterte auch, warum gerade dieses südamerikanische Land DER Astronomenstandort schlechthin sei. Aufgrund der geringen Luftverschmutzung, der Höhenlage und des idealen Klimas erweist sich das längste Land als ideal für astronomische Erhebungen. Außerdem wurde eins deutlich: Chile ist weitaus mehr als nur Santiago. Nicht nur ethnisch, sondern auch geografisch ist dieses Land durch vielfältige Kontraste von Nord nach Süd geprägt. Im Norden Chiles herrscht an der Küste eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 18 Grad, während im Landesinneren auf der Hochebene die Temperatur zwischen 35 Grad am Tag und null Grad in der Nacht schwankt.

Gruppenfoto

Der Astronom beschreibt seine Arbeit als „Detektivspiel“. Er möchte die Signale der Sterne verstehen und hinterfragen, wobei er zugibt, dass dieses Thema auch etwas Philosophisches in sich trägt.
Der gebürtige Salzkottener ermutigte aber auch jüngere Leute, sich mehr mit der Astronomie auseinanderzusetzen: Die Berufschancen beschreibt er als nicht schlecht, wobei ein Astronomiestudium (zumindest in Deutschland) nur in Form eines Physikstudiums möglich sei. „99% aller Astronomie ist schließlich Astrophysik,“ wie Tappert zusammenfasst. Nicht nur ein Grund, Astronomie vermehrt mit in den Physikunterricht einzubinden. „Man muss auch die Schülerinnen und Schüler näher an die ´Sternenkunde` heranführen!“ wie Tappert plädiert. Allerdings sollte man als Astronom auch eine hohe mobile Flexibilität und die Bereitschaft, in andere Länder zu reisen, mit sich bringen. Der Referent beschreibt diese „Reiserei“ so: „Als Astronom lernt man die Erde besser kennen als das Weltall!“ Voraussetzung sei allerdings auch gutes Englisch. Da die gesamte Wissenschaftskommunikation auf dieser Weltsprache verlaufe, gilt Englisch mittlerweile auch schon als Währung innerhalb dieser Wissenschaftsdisziplin. Zudem bestünde auch nur ein kleiner Teil, rund 5-10% seiner alltäglichen Tätigkeit, aus wissenschaftlichem Arbeiten, den Großteil machten tatsächlich Vorlesungen und bürokratische Aufgaben aus.

Schon vor dem Abitur wusste Tappert, dass er später etwas im Bereich Astronomie machen möchte, was genau jedoch seine Initialzündung war, weiß der Ehemalige Mauritianer nicht mehr: „Ob es Science-Fiction-Filme waren, ein Fernglas oder ob mich einfach der Mond schon immer fasziniert hat, ich kann es gar nicht genau sagen.“ Über ein gemeinsames Wiedersehen haben sich vermutlich auch die ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler von Dr. Claus Tappert gefreut, die an dem Abend zahlreich erschienen sind.
Die Veranstaltung wurde schließlich mit einer Diskussions- und Fragerunde abgeschlossen und auch für das leibliche Wohl war mit kühlen Getränken bestens gesorgt.

Diskussionsrunde

Ein großer Dank geht an Dr. Claus Tappert für seine Bereitschaft, sich für seine ehemalige Schule Zeit zu nehmen. Aber auch an Werner Schmidt, der diese Veranstaltung wieder einmal maßgeblich organisiert hat und die Zuschauer durch den Abend geführt hat. Danke auch an die Big Band unter Leitung von Johannes Friebe für die musikalische Untermalung.  
 
Annika Mehring, Q2